Herzkohärenz
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Herzkohärenz
Herzintelligenz
Im Jahr 1991, im Gründungsjahr des HeartMath-Institutes Boulder Creek, California USA, entdeckte der Kardiologe, Dr. J. Andrew Armour, dass das Herz über ein «Gehirn» verfügt. Es hat nämlich sein eigenes neuronales Netzwerk, das selbständig mit dem Gehirn kommuniziert. In der Kardiologie nennt man das «das kleine Gehirn im Herzen». Dies hatten schon vor über 4500 Jahren die alten chinesischen Ärzte erkannt. Sie hatten grossen Respekt gegenüber dem Herzen gezeigt, denn sie glaubten, dass das Herz die Verbindung zwischen Geist und Körper ist und eine Brücke zwischen diesen beiden schlägt. Für sie wohnte der Geist im Herzen und die Blutgefässe waren Kommunikationskanäle, die die lebenswichtigen Informationen des Herzens durch den Körper leiteten.

Was wissen wir heute?
Das Herz ist also der Sitz einer Form von Intelligenz, die das Gehirn steuert und rundum wohltuend auf unseren gesamten Organismus wirkt, wenn wir sie einsetzen. Als Herzintelligenz bezeichnen wir den ausgeglichenen Zustand, die Balance von Bewusstsein, Erkenntnis und Intuition. Diese Balance erleben wir, sobald Verstand und Emotionen in einen kohärenten Zustand mit dem Herzen gebracht werden. Eine solchen kohärenten Zustand können wir bewusst über unsere Herzintelligenz aktivieren, je mehr wir auf die Stimme unseres Herzens achten.
Heute wissen wir also weit mehr über das Herz. Es sendet regelmässig emotionale und intuitive Signale aus, die uns helfen, unser Leben zu meistern. Es steuert aber auch die harmonische Zusammenarbeit vieler Körpersysteme, da es in ständigem Austausch mit dem Gehirn ist. Interessanterweise beginnt das Herz bereits im ungeborenen Fötus zu schlagen, noch bevor das Gehirn gebildet wird – ein Prozess, den die Wissenschaft als autorhythmisch bezeichnet.

Herzintelligenz und Emotionen
Die Forschungsergebnisse des HeartMath-Instituts haben gezeigt, dass negative Emotionen das autonome Nervensystem leicht aus dem Gleichgewicht bringen. Wird der Herzrhythmus auf einem Monitor sichtbar gemacht, sind unregelmäßige und zackige Verläufe zu erkennen. Das führt zu einer Stressbelastung des physischen Herzens und anderer Organe und bei Häufung zu ernsthaften Gesundheitsproblemen.
Je mehr wir also auf unsere Herzintelligenz achten und ihr folgen, desto geübter, ausgewogener und kohärenter werden unsere Emotionen. Ohne den führenden Einfluss des Herzens hingegen werden wir leicht zu Opfern unserer reaktiven Emotionen (z.B. Sorgen, Stress, Angst, Scham, u. a. mehr) sowie Reaktionsmuster und Verhaltensweisen.
 
„Im Gegensatz dazu wurde festgestellt, dass positive Emotionen die Kohärenz und das Gleichgewicht im Nervensystem erhöhen und gleichmässige, harmonische Herzrhythmen erzeugen“, schreiben Doc Childre (HeartMath Gründer) und Howard Martin (HeartMath Mitarbeiter und langjähriger Institutssprecher) in ihrem Buch “The HeartMath Solution” weiter. Und abschliessend: “Und diese harmonischen und kohärenten Rhythmen bewirken noch mehr als nur Stressabbau: Sie verbessern nachweislich die Fähigkeit der Menschen, die Welt um sie herum klar wahrzunehmen”.

Wie erreiche ich einen kohärenten Herzrhythmus?
Dazu gibt es wunderbare Übungen, die uns helfen die Herzintelligenz zu aktivieren und so den Herzrhythmus in Balance zu bringen. Solche Übungen können ganz leicht in den Alltag integriert werden und können im Alltag, z. B. bei Stress im Handumdrehen nutzbar gemacht werden. Die Wirksamkeit solcher Übungen beruhen auf der Verbesserung der Herzratenvariabilität. Die Herzratenvariabilität ist ein Mass für die Frequenzänderung des Herzschlags. Anstatt monoton regelmässig zu arbeiten, ist der Rhythmus eines gesunden Herzens – auch im Ruhezustand – eigentlich überraschend unregelmässig, wobei sich die Zeitspanne zwischen den aufeinanderfolgenden Herzschlägen ständig ändert. Diese natürlich auftretende Variation der Herzfrequenz wird als Herzratenvariabilität (HRV) bezeichnet. Die HRV ist ein Mass für umfassende Fitness, das auch in der medizinischen Diagnostik eingesetzt wird.

Eine kleine Übung zum Schluss
Um die Herzintelligenz zu aktivieren, machen wir eine erste einfache Herzatemübung:

  1. Setze dich bequem hin, schliesse deine Augen oder fixiere vielleicht einen Punkt im Raum.
  2. Nimm wahr, was du fühlst, wie deine Stimmungslage im Moment ist.
  3. Gibt deiner Emotion, deinem Gefühl oder deiner Stimmungslage einen Namen.
  4. Wenn das vorhandene Gefühl, die Emotion Unbehagen oder gar Spannung auslöst, dann lasse mit jedem Ausatmen etwas von dieser Spannung, diesem negativen Gefühl los, so wie es gerade geht. Lasse dann beim Einatmen immer mehr Leichtigkeit einströmen.

Es wäre optimal, diese Übung mindestens 1 Minute lang zu machen, gerne auch 5 Minuten und dazu mehrmals am Tag!

Diese Übung hilft nicht nur, Stress abzubauen, sondern dient auch dazu, wieder eine Kultur der Achtsamkeit für das eigene emotionale Erleben zu entwickeln!

Beachte auch: Wenn wir gegen unsere Gefühle ankämpfen, gewinnen sie an Energie. Deshalb ist es immer besser, sie wahrzunehmen, anzuerkennen und sie dann allmählich loszulassen.
Die Anwendung der Herzintelligenz-Methode ...
... kann Sorgen, Ängste, Frustration und Stress abbauen,
... kann bei Energielosigkeit und Erschöpfung helfen,
... kann Schlaflosigkeit aus der Welt schaffen,
... kann den Bluthochdruck senken,
... kann den Herzrhythmus stabilisieren,
... kann Kreativität und die Produktivität steigern,
... kann wirksame Kommunikation fördern,
... kann bei der Entscheidungsfindung helfen und
... nebenbei das eigene Wohlbefinden stärken.

Martin Tschopp
Gerade in Situationen mit hoher Belastung zeigt sich, dass ein schneller Zugang zur Herzintelligenz uns dazu befähigen kann, ruhiger, überlegter und damit produktiver und klarer auf negative Emotionen, sprich Stresssituationen, zu reagieren!

Quelle: HeartMath-Institute und Intelligenz des Herzens durch die Fünf »Tibeter« von Maruscha Magyarosy
Copyright by Martin Tschopp /2021
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